Aufbruch zur Körperreise

Diese Anleitung erklärt die erste Entspannung des Kopfes und die Beruhigung der Gedanken sowie das Erfühlen des „Inneren Auges“.
Mit dieser ersten Übung  sind selbst Klienten, die mit der Auffassung nicht entspannen zu können, zu mir gekommen sind, sehr schnell in einem beruhigten, trancenahen Zustand, was die Vermutung nahelegt, dass ihnen nur eine intensiv ablenkende und doch herausfordernd beschäftigende Aufgabe gefehlt hat, um die gewünschte Beruhigung zu erlangen. Der wichtigste Teil dieser Übung ist das erste Erkennen und Erleben des „inneren Auges“, eine Art Universalinstrument mit dessen Hilfe du deinen Körper von innen kennenlernen kannst. Diesen imaginären beweglichen Punkt kannst du dir in allen Formen und Größen vorstellen, vielleicht als kleines Flugzeug oder als U-boot, wenn du magst, ist es ein wandelbares, liebevolles Fabelwesen, eine gute Fee oder ein Magier oder ein kraftvolles Tier, erlaubt ist auch ein beweglicher Wärmepunkt, eine transportable Minisonne für die Reise in Ihrem Körper, alles, was deine Fantasie zulässt, ist erlaubt.
Entstehen wird das „innere Auge“, aus dessen Sicht du möglichst gleich in deinem Kopf unterwegs bist, während der ersten Entspannungsschritte, ich bin überzeugt, in ein paar Minuten erlebst du diesen ersten Aha-Effekt, sich selbst im eigenen Kopf bewegen zu können, Formen und Figuren nachzufühlen und mit dem Luftstrom aus der Nase raus und wieder hineinfliegen zu können. Klingt etwas merkwürdig? Probiere es einfach aus!

Lies diesen Text aufmerksam und versuche die einzelnen Schritte nach und nach umzusetzen. Für den Anfang ist es erlaubt, zu unterbrechen und neu zu beginnen, oder auch einen Teil einfach zu wiederholen. Wenn dir bestimmte Übungsteile besonders gefallen, wiederhole sie, andere die dir nicht zusagen oder anfänglich nicht klappen wollen, lasse ruhig weg.
Die Teile, die dir im Gedächtnis bleiben, kannst du dann zu deiner ersten Lieblingsentspannungsübung zusammenfassen und als Ganzes testen. Nimm dir zum ersten Üben ungefähr eine Viertelstunde Zeit. Wenn du dich in deinem Kopf eingelebt hast, darfst du gerne solange dableiben, wie du willst, Risiken und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Nimm an einem schönen, ungestörten Platz eine sichere Haltung ein.
Mit sicherer Haltung ist die natürliche Position in einem Liegestuhl gemeint oder das Ablegen der Hände im Bereich der Oberschenkel um ein Abrutschen der Arme in Entspannungszuständen zu vermeiden. Besonders eindrucksvoll ist ein sonniger Platz in der Natur, im Garten oder auf dem Balkon. Die besondere Wärme der Sonnenstrahlen und die orange-roten Strukturen beim Schließen der Augen unterstützen die Wirkung der Beruhigung.
Schließe deine Augen und entspanne die Augenlider.
Ein gedankliches, sicheres Abschließen und Verfolgen der „Sehschlitze“ von links nach rechts und zurück mit steigender Geschwindigkeit hin und her sollte folgen.
Gib den bewussten Befehl zum Entspannen der Stirn.
Oberhalb der Augenbrauen, hinter dem sich gerne bei Denkarbeit in Falten legenden Stirnbereich befindet sich das bewusste Denken, auch ein Zusammenschieben der Augenbrauen sorgt in der Mimik für ein denkenden Gesichtsausdruck. Als ersten Schritt befehlen Sie diesem Bereich: „entspanne Dich!“. Vielleicht kannst du die bereits erzeugte Ruhe der Augen über diesen Bereich ausweiten.
Visualisierung des Kopfumfangs.
Umkreisen sie in Gedanken den Kopf als ob du eine Mütze aufgesetzt hättest, prüfe die Druckpunkte der virtuellen Kopfbedeckung und entspanne deine Kopfhaut über den Hinterkopf vom Nacken bis zur Stirn.
Lockern der Stirn
Beim Zufälligen Ankommen an der Stirn wiederholst du das Erfühlen derselben mit dem Befehl: „ Alle Muskeln der Stirn, der Augenbrauen und der Augen sind gaaaanz locker“. Sie haben im Moment keine Aufgabe, werden nicht benötigt.
Jetzt lenkst du kurzzeitig dein Bewusstsein auf deine Atmung
und nimmst drei sehr bewusste tiefe Atemzüge. Die obere Gesichtsmuskulatur sollte sich lösen und lockern, das fühlt sich möglicherweise so an, als ob die Muskeln nach hinten wegfliessen, gut so!
Lenke deine Gedanken auf Mund und Kiefer.

Ja, da sind auch verschieden Muskelgruppen! Gib den Befehl zur Entspannung!

Anmerkung:
Falls du noch kein deutliches Gefühl der Lockerung der Gesichtsmuskulatur empfinden kannst, erzwinge bitte nichts! Die Aufforderung zur Entspannung wird vom Unbewussten wahrgenommen und umgesetzt, zeitlich nach den Vorgaben, die die Muskelgruppen dafür brauchen. Falls du diese Form der Muskellockerung nicht regelmäßig ausübst, kann das schon mal ein wenig länger dauern. Du kannst trotzdem fortsetzen und eventuell verkrampft wirkende Bereiche später, ausserhalb der Reihenfolge erneut ansprechen.

Loslassen!
Nach dem Entspannen und Lockern der wahrgenommenen Muskeln und Muskelgruppen folgt jetzt die Stufe 3 das Loslassen, die gedankliche Entfernung von den gelockerten Bereichen.
Auch dazu reicht der Befehl: „Ich lasse die Stirn los!“Setze das für den Hinterkopf, den Nacken und die Kiefermuskulatur fort. Loslassen!
Augen und Ohren gedanklich verbinden.
Denke dich zu deinen geschlossenen Augen, beginne links und wandere zum rechten Augen, überprüfe die geschlossene Stellung der Lider und gehe weiter zum rechten Ohr, aber auf direktem Weg! Vom rechten zum linken Ohr, mitten durch den Kopf und wieder zum linken Auge. Verbinde gedanklich die Linien, die du gegangen bist.
Es entsteht ein liegendes Trapez in deinem Kopf! Wandere in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den Begrenzungslinien dieser Form hin und her.
Verstärkung des inneren Auges
Wenn alles gut gegangen ist, hast in dieser Übung das erste Mal das Gefühl für „im eigenen Kopf sein“ erlebt. Verstärke das Gefühl mit dem Bild eines gespannten Drahtseils für einen Zirkusartisten zwischen den Ohren und versuche einen Seiltänzer darauf hin und her tanzen zu lassen, siehe zu wie er mit einer Stange das Gleichgewicht hält oder sogar kleine Kunststücke aufführt!

Geniesse diese Beweglichkeit des inneren Auges in deinem Kopf!
Hier möchte ich diese Übung beenden, nicht ohne Ihnen Anregungen für die Weiterarbeit zu geben. Versuche doch mal folgendes:
Während erste Formen und Figuren in deinem „leeren Kopfraum“ auftauchen, kehre zur Entspannung der Muskelgruppen zurück!
Probiere neue Bilder wie zum Beispiel den „Globus“. Ihre Schädeldecke und Gesichtsknochen dienen dabei als äußere Begrenzung. Zeichne Längen und Breitengrade innerlich im Kopf ein und verfolge diese Linien gedanklich, besuche Nord und Südpol und den Äquator!
Visualisieren sie einen Wasserstrudel von aussen nach innen, jeweils aus der Mitte nach vorne und hinten oder oben und unten.
Stelle dir vor, dass in deinem Kopf ein kleiner Wanderzirkus gastiert und lasse die Artisten in der von deinem Kopf begrenzten Manege auftreten. Probiere die Pferdedressurnummer oder den Löwendompteur im Sicherheitskäfig!
Lasse vom obersten Punkt deines Kopfes eine Spiegelkugel herab und richte gedanklich einen Lichtstrahl durch dein Auge auf die Kugel. Verfolge die Lichtreflektionen und Spiegelungen an der Schädeldecke!
Stelle dir vor Ihr Kopf ist ein Ball. Der Lederball aus dem WM-Finale oder ein Kunststoffball, mit dem wir als Kinder gespielt haben! Diese Bälle besitzen ein Ventil zum Luft aufpumpen oder Ablassen. Genau, dieses Ventil ist deine Nase! Kontrolliere die Luftzufuhr durch dein Atmung und lasse dein „Inneres Auge“ mit der Luft durch die Nase rausfliegen und wieder einsaugen! Ein Riesenspass!
Überprüfen Sie zwischendurch immer mal wieder den Entspannungszustand in Ihrem Gesicht, über den Hinterkopf bis zum Nacken und zum Kiefer.

Trainingsabschluß: Du hast alles richtig gemacht!
Wenn Du feststellst, dass du die ganze Zeit an „nichts“ gedacht hast!
Wenn einzelne Muskeln gezuckt haben, das ist die Entladung der Steuersignale!
Das Öffnen der Augen komisch war, du vielleicht leichte Orientierungsprobleme in Raum und Zeit hattest und sich Farbverschiebungen im realen Sehen kurzfristig einstellten.
Die Gesichtszüge weicher sind und die Haut sich samtiger und geschmeidiger anfühlt.
Frage hier besser eine aussenstehende Person!
Du das Bedürfnis hast, dich zu Recken und zu Strecken und tief durchzuatmen, bevor du  andere Tätigkeiten aufnimmst!

Neben der Lockerung und Entspannung der Gesichtsmuskulatur, das Abfliessenlassen der Steuerungssignale, hast du durch die Bewegung des „inneren Auges“ durch die verschiedenen Gehirnareale den Ausgleich der unterschiedlichen Spannungszustände unterstützt. Nicht jede Abteilung des Gehirns arbeitet in gleicher Stärke, ein großer Teil meist gar nicht, der Austausch von Daten über das neurologische System funktioniert jedoch über Spannungen, winzige Ströme, die du mit diesen Bewegungen im Gehirn auf ein angeglichenens, einheitliches Niveau bringen kannst.
Herzlichen Glückwunsch, der erste Schritt ist getan, einer weiteren Reise des "inneren Auges" steht nichts mehr im Wege.
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