Es ist wahr, also nimm es wahr!

Die wichtigste Technik im Umgang mit schwierigen Situationen und den damit verbundenen Gefühlen

ist das Annehmen und Akzeptieren. Gerne neigt der Mensch dazu Unangenehmes "wegzudrücken" oder

die Intensität des Fühlens klein zu reden. Doch alles, was nicht sofort in der angemessenen Weise beurteilt

und wahrgenommen wird, sammelt sich im Speicher des Unbewussten.
Wut, Traurigkeit, Ärger, emotionale Verletzung und auch Stress sind aber geistig und körperlich

wichtige Ausdrucksformen, die bei Nichtbeachtung gesammelt und zu den unpassendsten Zeitpunkten 

in anderen physischen und psychischen Abreaktionen wiederkehrend auftauchen.

Manchmal als übertriebene Reaktion auf kleinste Ereignisse, manchmal aber auch als Schwächung der

körperlichen Abwehrmechanismen oder sogar als Krankheiten.

Um das Unbewusste zu beruhigen, reicht häufig die Wahrnehmung des Gefühls, das Akzeptieren eines 

Problems schon aus. Der Organismus besteht nicht auf die sofortige Veränderung einer schlechten

Situation, sondern erstmal nur auf die Wahrnehmung der selben. 
Jedes Gefühl, welches auch ohne grundsätzliche Lösung des Ursprungs angenommen wird, verliert an

Intensität, fühlt sich ernst genommen und wartet in erlebbarer Größe auf eine Klärung.

Alltagstipp: 
Wenn ein Gefühl oder eine Stimmung entsteht, nimm es für wenige Sekunden intensiv wahr.
Lass es in Deinem Körper, unterstützt durch ein paar ruhige Atemzüge, groß werden und frage
dich, ob es ursächlich und real mit der jetzt erlebten Situation zu tun hat oder ob es dich an 
früher Erlebtes erinnert. Danach kannst du schon wesentlich ruhiger, angepasster reagieren.
Versuche dir diese Situation zu merken und vielleicht am Ende des Tages kurz nachzuempfinden.