Ein wenig EMDR

"Eye Movement Desensitisation and Reprozessing" klingt kompliziert und es wird von den Entwicklern
der klinischen Behandlungsmethoden auch alles dafür getan, dass das Verfahren kompliziert bleibt,
da sie einen komplexen Behandlungsverlauf vorschreiben. 
Erkannt wurde das Phänomen der "schnellen Augenbewegung zum entspannten Erkennen und der Neubewertung"
von gefühlt negativen Ereignissen in der Schlafforschung, wo der "REM-Schlaf" verbunden mit dem typischen,
automatisch auftretenden Augenrollen, der Verarbeitung und Integration von Ereignissen des Tages ins 
Unbewusste, zugeordnet werden kann.
Neu formuliert bedeutet das, dass man durch kontrolliert ausgeführte Augenbewegungen das Gehirn dazu
veranlassen kann, Erlebnisse und Ereignisse besser in den sortierten Speicher des Unterbewusstseins zu integrieren
und durch die Erhöhung der aktiven Denkfunktion, mehr "Arbeitsspeicher", auch bewusst zu neuen 
Bewertungen und Sichtweisen in Problemsituationen gelangen kann.

Alltagstipp 1: (Paul McKenna: Ich mache dich glücklich)
Nimm dir jeden Morgen ein paar Minuten Zeit, stelle dich ans Fenster oder nach draussen,
fühle deine innere Mitte (eine kurze Erklärung dazu findest du hier) und 
- schaue 20 Sekunden, Blick knapp unter deinen Augenbrauen vorbei, in den Himmel
- dann rollst du mit den Augen 20 mal von links nach rechts
- dann blickst du 20 mal von oben nach unten

- dann rollst du 20 mal virtuelle Achten (durch die Mitte, oben herum, unten herum)

- und die Achten in die andere Richtung

- entspanne deine Augen 

Achte bei dieser Übung auf eine ruhige Atmung und steuere das Tempo nach deinem persönlichen Gefühl.
Regelmäßig als kleines Ritual durchgeführt, startest du frischer, wacher, bewusster und positiver in deinen Tag!

 


Alltagstipp 2: (Shapiro: EMDR - Grundlagen und Praxis)
Francine Shapiro "entdeckte" die Erweiterung und Neuorientierung Ihrer gedanklichen Situation auf
einem Waldspaziergang! Das zufällige Hin- und Herbewegen der Augen beim Laufen durch die Natur
brachte ihr neue Sichtweisen und Lösungsideen für bestehende Herausforderungen.
Mache einen Waldspaziergang und finde durch Zählen deinen Schrittrhythmus.
Bei jedem 2. Schritt wendest du deinen Blick zur anderen Seite bis du ein harmonisches

Körper-Lauf-Augenbewegungsmuster fühlst. Nun visualisiere ein negativ empfundenes Erlebnis oder 

eine bedrückende unangenehme Situation, fühle dich in das Bild oder die Vorstellung hinein.
Lass deine Emotionen, die du damit verbindest zu. 
Mache ca. 20-30 Augenbewegungen und dann eine Pause, du kannst ruhig weitergehen.
Wiederhohle die Augenbewegungen und wieder eine Unterbrechung. Spüre immer wieder in dein
Problem und sei offen für neue Ideen und andere Sichtweisen. 
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Änderung der Sichtweise, das einbeziehen neuer Ideen

und Neubewertung eines Bildes sich schon nach wenigen Augenrollzyklen einstellt.